Wilfried vom Ammersee als Karl Valentin Interpret

Man blinzelt mit den Augen, spitzt nochmal die Ohren — als ob Karl Valentin höchst­persönlich am Ufer des Ammersees ein Couplet zum Besten gäbe. Tatsächlich aber spielt Wilfried vom Ammersee auf Gitarre und Mundharmonika, singt und trägt Texte von Karl Valentin vor.

Wilfried singt und spielt Valentin

Als waschechtem Bayer ist ihm die melancholische Seele seines großen Münchner Vorbilds recht nah. Schon früh hat Wilfried den großen Karl Valentin bewundert und ihn zunächst in kleinem Rahmen nachgespielt. Viele der bekanntesten Werke haben sich dabei tief in sein Gedächtnis gebrannt. Ob „Die Orchesterprobe“, „Buchbinder Wanninger“, „Radfahrer und Verkehrsschutzmann“ oder „Das Aquarium“ – Wilfrieds Interpretation ist so lebendig und authentisch, als stünde hier ein neuer Karl Valentin. Dabei hat er das Original auch in andere Dialektvarianten und andere Sprachen übertragen. Wobei Karl Valentins hintersinniger und tiefgründiger Humor so manche Sprachbarriere überschreitet. So zollt der Wahl-Uttinger dem genialen Valentin Respekt und verschafft ihm Präsenz, ohne sich selbst als eigenständigen Künstler zu verstecken.

Rosemarie Scheitler-Vielhuber und Wilfried vom Ammersee im Garten des Karl Valentin Hauses in Planegg

Karl-Valentin-Lesungen mit Rosemarie Scheitler-Vielhuber, Urenkelin von Karl Valentin

Gemeinsam mit Rosemarie Scheitler-Vielhuber, der Urenkelin von Karl Valentin, gewähren die Beiden in ihren gemeinsamen Lesungen tiefe Einblicke in die Person Karl Valentin, sein Leben und seine Bedeutung als Künstler. Rosemarie Scheitler-Vielhuber lebt mit ihrer Familie im „Valentinhaus“ in Planegg. Das denkmalgeschützte Haus beherbergt die ehemalige Werkstatt von Karl Valentin mit den zahlreichen historischen Dokumenten. Es ist eine ideale Kulisse um mehr von Karl Valentin kennen zu lernen.

Der Künstler Karl Valentin
Karl Valentin (* 1882 in München; † 1948 in Planegg), mit bürgerlichem Namen Valentin Ludwig Fey, war Komiker, Musiker, Autor und Filmproduzent. Er beeinflusste zahlreiche Künstler von Bertolt Brecht über Samuel Beckett bis Gerhard Polt. Valentin schlug mit der Sprache keine Brücken, sondern fiel tief in die Kluft scheinbar hoffnungsloser Missver­­­ständnisse, entlarvte mit seiner hintersinnigen Komik dabei aber die Absurditäten des Alltags und der zwischen­­menschlichen Beziehungen.